gestriges jetzt

Und dann begegnen uns wieder diesen wundervollen Menschen. Menschen, die uns Wunder sehen halfen oder Wolkendrachen oder die Schönheit in kleinsten Dingen.
Menschen, die uns Laufen beigebracht haben, Fahrrad fahren oder Schwimmen. Menschen, die uns die menschlichen Physis oder Psyche gezeigt, Leidenschaft erleben lassen haben oder was Leiden schaft und wir auch.

Und dann begegnen wir wieder diesen wundervollen Menschen. Jahre später, die wie Tage, Momente, kostbare Augenblicke, wie ein Nachmittag im Garten, wie ein Vormittag im Bett, wie die Mittagsstunde hinter dem Holzschuppen, die Abende auf dem Bolzplatz vorbeigezogen sind.

Und dann begegnen wir uns einander. Sie: unsere Lehrer. Wir: ihre Schüler. Alle ihre Lehren – vielleicht verstanden oder auch angenommen. Wir haben ihre Stärke vor Augen, die uns unendliche Kraft schien und schenkte. Wir haben ihre Worte in den Ohren, die Wissen wie Weisheit klingen liess. All diese Stärke, diese Aufrichtigkeit, das Wissen.

Und nun?

Sie sind sich unsicher. Sie hinterfragen. Dieses mal nicht um uns zu lehren sondern, weil sie zu zweifeln scheinen. Ihre Stärke scheint wie ein Blinzeln im Auge. Oder ist das nur Müdigkeit?
Was ist zwischen diesem Damals, das es gegeben haben muss und dem Jetzt, in dem der Zweifel allen Platz einzunehmen scheint, geschehen? Was ist aus ihrer Lehre geworden? Diese Lehre, die unsere Leere mal gefüllt hat. Was ist mit: alle Energie bleibt erhalten, nichts geht verloren? Gilt noch dieser Satz, dass Energie erhalten bleibt?
Oder habe nur ich vergessen, dass auch keine neue hinzu kommt?

Was ist aus ihren Lehren geworden? Wie kann man Lehre noch schreiben? Oder gelehrt?

Oder ist das nur eine ihrer letzten Lehren für uns?

Alle Kraft hat ein Ende. Alle Energie. So wie alle Worte. So wie alle Tage.

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