verschiedenes XXIII

a) perspektive

- … warum sprichst du eigentlich immer von deiner großen Liebe? Hast du schon eine kleine erlebt?

b) gesterntag

- Man, wie nannten wir die Dinger?
- Kassette?, MC?
- Ja, und was haben wir vor dem Radio gesessen und auf den Moderator geflucht, wenn der auf den Wunschtitel gequatscht hat.
- Stunden haben wir gebraucht, für MC’s, die dann unsere Auserwählte nie gehört hat..
- Und Bandsalat, man, ne Schere und Tesa-Film.
- Und genau die Bandlänge ausnutzen..
- Und Lieder in Mono..
- Und heute..
- Ja, heute..
- Kannst mir das Album brennen..?

Das T-Shirt zum Gespräch gibt’s buy FRWHC.de.

ying und sang

a) heutegestern

Es war wohl irgendwas um 1990/91 rum, als ich diesen Film sah und dann wochenlang Wrigleys big red kaute, weil das die Hauptfigur auch getan hatte und ich glaube, dass es irgend etwas ändern würde. Mich, die Welt, der Blick vom einen aufs andere. Irgendwas. Irgendwie.
Und auch, wenn ich mittlerweile auch andere Kaugummisorten aussortiert habe, blieb eins von diesem Film über all die Jahre. Dieses eine Lied, dass wie ein Gebet alles sein konnte, was ich in jeglicher Situation, jedweder Stimmung gerade brauchte. Schon im Film kam es über mich wie eine Offenbarung und ich musste rausfinden wer das war, der diesen Zauber in Worte legen konnte, diese Wucht an Gefühl in Stimme und Melodie. Es gelang mir, wenn ich heute auch nicht mehr weiss, wie mir das damals ohne internet und google gelang.

Leonard Cohen, if it be your will.

Gestern ist mir das Lied wieder begegnet. Und was immer auch ich gestern in dieses Gebet legte, ahne ich doch, dass es mich noch Jahre begleiten wird. Leonard Cohen – live in london

b) gesternheute

Einmal reingehört und wieder weggelegt. Manchmal gibt es so etwas, dass ich nicht mal das eine Mal Durchhören schaffe. Obwohl im Radio die Single rauf und runter lief. Vielleicht gerade deswegen.

Und dann saß ich da auf dem Beifahrersitz, die selbe Musik, laut, bei Sonnenschein, den keiner vorausgesagt hatte. Der rechte Fuss des Fahrers nervös, aber immer wieder bei 3.500 Touren. Sonne. Musik. Gute Freunde.

Wenige Tage später hatte ich das Album auf Vinyl, extra per Auto aus nem Laden geholt. Und Sohnemann sagte immer wieder und wieder bei dem selben Track auf CD, die als Vinyl auf dem Beifahrersitz lag: (noch) mal!

verschiedenes VI

1. Sie & Er

Im Hintergrund läuft leise eines der Lieder, die leise im Hintergrund laufen. Sanft bewegen sie sich dazu.
- Das kenne ich, sagt sie.
- ..?…
- Scorpions
- Naja, fast, ist von den Eagles..
- Egal, die pieken doch auch..

2. Er & Sie

In der U-Bahn sitzen beide nebeneinander. Sie ist in ihre Zeitung vertieft, seine Lektüre liegt auf seinem Schoß. Trotzdem folgen seine Augen den Linien und Wogen von Worten.
Als sie endlich mit einem Teil ihrer Zeitung fertig ist, sieht sie ihn an, reicht den Teil in seine Richtung, nickt und lächelt.
Er läuft etwas rot an und senkt den Blick auf seine Zeitung. Ihre Augen folgen seinem Blick und lassen sein Gesicht noch mehr erröten. Während sie immer noch lächelnd und er sich-ertappt-fühlend auf seine Zeitung sieht, auf die Seite mit der nackten Frau des Tages.

3. Sie & Sie und irgendwie alle anderen er’s

- Wie ist das so, zu wissen, dass alle Männer einen wollen?!
- Wieso? Sind doch bloß Männer!

aus mEine schöne Bescherung

4. …

Gewißheit konnte nur einer haben, der selbst von großer Dauer war, wie die Sterne, die Berge oder das Meer. Und die hatten wiederum keine Worte, um auszusagen, was sie aus langem Bestand wußten. In diesem Punkt gab es mehr Freiheit, als man sich wünschen konnte. Das Richtige konnte man schon tun, aber es war immer möglich, dass alle anderen es für das Falsche hielten. Sie konnten sogar recht haben.

aus Die Entdeckung der Langsamkeit von Stan Nadolny

verschiedenes V

I.
Wie es so inner Männer-WG laufen könnte, kann ich mir schon vorstellen.
So was in der Art, dass einer am Laptop sitzt, die anderen beiden gucken abwartend.
- Mach mal nachher nicht aus; ich muss auch noch was gucken.
- Du hast doch n Laptop dabei?!
- Mag ich jetzt nicht holen.
- Ich hätt auch noch einen anderen da, und n Kabel….
- Dann schließen wir doch alle drei an…. und chatten etwas.

II.
Wäre irgendetwas daran, wenn der Nikolaus einfach nur einen Fetisch für geputzte Stiefel hätte?

III.
Er guckt über die Ränder seiner Brille auf die Gläser einer anderen Sehhilfe.
- Schon mal über Lasern nachgedacht?
Ein abfälliges Ausatmen folgt. Ein langer Vortrag über innere Werte, die Profitsucht von Großkonzernen, die Schönheitsideale und, dass man selbst bei Konzerten immer gut vorne mitmischen kann – Brille hin oder her.
- Mh, Lasern geht, glaube ich, auch nur bis drei Dioptrien…
- Ja, ich weiss, grummelt der andere vor sich hin.

IV.
Dialoge, bei denen mindestens Bilder entstehen.
- .. sie war eh immer so,… es folgt ein Geräsch wie pft
- Na, ich kann mir nicht vorstellen, dass sie damit so locker umgegangen wäre, nach dem Sex…
- ?
- …als du, gleich nachdem du draußen warst, Spiegel gelesen hast.

V.
Der Werbeblog.
Ein Album, das ich zur Zeit häufig höre: Eddie Vedder *into the wild*.
Die Filmkritik dazu demnächst auf al-x.org

Abspannend

Ich mag es einfach nicht. Klar, ich könnte hassen verwenden, aber das trifft es nicht ganz. Und gelegentlich erwische ich mich ja auch dabei, wie ich in den Film quatsche. Senf, gute Ratschläge an den Helden oder über die üblichen Muster und Handlungsstränge sinniere. Gern auch laut nachdenkend und meinen Gegenüber, wahlweise Nebenmirimkinositzer nervend.
- Das ist jetzt die Stelle, in der…
- Na, ab jetzt muss ja das und das passieren…
- Das überlebt der nie oder den kriegen die noch…
Obwohl das schlimmste Vergehen ist ja das Ende erzählen. Und dann dieses oh-das-wusstest-du-noch-nicht-Gesicht. Aber auch da gibt es ja Wege und Möglichkeiten, dem vorzubeugen. Doch irgendwie kann ich mich mit der Angewohnheit noch nicht anfreuden, das Ende zuerst zu gucken, wahlweise zu lesen. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, das Ende zu lesen und dann noch gespannt sein, auf den Weg dorthin. Obwohl ja John Irving alle seine Bücher mit dem letzten Satz beginnen soll. Aber so lesen?!

Und als ich ihr dann erzählte, wie die einzige Möglichkeit ist, wie das Buch, das ich grad las, ausgehen muss, lächelte sie nur. Dieses wissende Lächeln. Mit der Möglichkeit, dass ich falsch lag. Das ich falsch lag.

Ich lag falsch. Aber das Buch lese ich trotzdem noch zu Ende.

Ich schieb dich quer durch die Halle

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